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Pressemitteilung vom 26.03.2020

Variantenvorschläge per Mausklick: Straßen.NRW setzt mit Korridor-Finder bei Beteiligung der Bürger auf Visualisierung

Gelsenkirchen/Köln (straßen.nrw). Die kürzeste Verbindung von A nach B ist eine Gerade. Doch eine neue Trasse für eine Straße wird nicht einfach so mit dem Lineal auf der Karte eingezeichnet. Es gilt, in einem umfangreichen Planungsprozess für Mensch, Umwelt und Verkehrsbedarf die beste Lösung zu finden. Der so genannte Korridor-Finder hilft Planern, die zahlreichen Bedingungen und möglichen Beschränkungen bei einer Trassenwahl zu beachten. Gleichzeitig bietet die Digital-Technik die Chance, Straßenplanung sozusagen „live“ zu visualisieren. „Bürgerinnen und Bürger können sich tatsächlich ein Bild davon machen, wie ihre Region nach dem Bau der Straße aussieht, und im Beteiligungsprozess auch einmal selbst Hand anlegen“, ist Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek überzeugt, dass die Visualisierung im Dialog mit den Menschen eine gute Gesprächsgrundlage bieten kann. „Wir wollen Ideen und Sorgen der Betroffenen in unsere Arbeit einfließen lassen. Darum binden wir die Menschen so früh wie möglich ein.“ Ein Dialog, der Planung auch beschleunigen wird, und den Prozess im besten Fall auch kostengünstiger macht. Denn wenn Ideen, Anregungen und Kritik in einer frühen Phase in die Planung einfließen, lassen sich langwierige Umplanungen oder gar juristische Auseinandersetzungen vermeiden.

Planung transparent machen

Straßenbauprojekte setzen eine aufwändige und komplexe Planung voraus. Bevor der erste Spatenstich erfolgt, müssen alle Auswirkungen des Neu- oder Ausbaus auf Mensch, Umwelt und Verkehr bedacht worden sein. Dabei wird deutlich: Natur, Landschaft und Lebensumfeld verändern sich. Eine Straße kann einerseits entlasten, andererseits aber auch neue Belastungen schaffen. Schon früh bindet Straßen.NRW darum die Öffentlichkeit ein, um im Planungsprozess mögliche Widerstände zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden. Das Visualisierungs- und Planungsinstrument Korridor-Finder hilft künftig dabei, Planung transparent und verständlich zu machen. „Komplexe Pläne liefern Bürgerinnen und Bürgern oft nicht die gewünschten Informationen, sondern überfordern sie eher. Mit der dreidimensionalen Darstellung auf dem realen Hintergrund eines Luftbildes können wir dagegen Auswirkungen und Möglichkeiten unserer Planung verständlich darstellen“, sagt Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek.

Virtuell Brücken bauen

Dabei geht es nicht nur um die Lage einer Straße, sondern auch um Themen wie Lärm- oder Naturschutz. „Wir können ganz unterschiedliche Daten hinterlegen und so deutlich machen, warum wir eine Straße zum Beispiel aus Gründen des Naturschutzes nicht östlich, sondern westlich um einen Berg führen oder im Zweifel auch mittendurch“, sagt Tobias Vreden, mitverantwortlich für die Straßeninformationssysteme bei Straßen.NRW. Darstellen lassen sich auch die Auswirkungen von Lärmschutzwänden oder –wällen, indem die Lärmbelastung eines Gebietes mit und ohne Lärmschutz visualisiert wird. Vreden: „Wir können virtuell einfache Brücken bauen und Tunnel graben, Straßen nach rechts oder links verlegen. So lassen sich viele Fragen der Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld beantworten und konstruktive Diskussionen anstoßen.“

Bei verschiedenen Projekten im Einsatz

Visualisierungen werden seit langem schon in aufwändigen Planungsprozessen eingesetzt. Allerdings sind viele Programme sehr detailreich, technisch entsprechend anspruchsvoll und werden daher erst in einem weit fortgeschrittenen Planungsstadium verwendet. „Wir müssen nicht jeden Blumentopf abbilden“, sieht Tobias Vreden den Vorteil beim Korridor-Finder in seiner Flexibilität. „Man kann mit wenigen Klicks Varianten darstellen und auch gleich die möglichen Vor- und Nachteile zum Beispiel mit Blick auf die Umwelt darstellen.“ Eingesetzt wird der Korridorfinder künftig bei einigen Planungen für Ortsumgehungen, aber auch bei Großprojekten: Bei der Suche nach einer neuen Verbindung zwischen den beiden Rheinufern zwischen Köln und Bonn („Rheinspange 553“) sowie beim Planungsprozess des Projekts „46sieben“, einer Kombination aus Autobahn und Bundesstraße zwischen Hemer und Arnsberg im Sauerland. „Der Korridorfinder ist ein modernes Planungsinstrument, das für die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung wertvoll ist“, sieht Elfriede Sauerwein-Braksiek viele Einsatzmöglichkeiten für die digitale Technik. „Visualisierungen helfen uns, eine sachliche Diskussion zu führen, bei der auch die Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt werden, als Laien ihr Wissen und ihre Wünsche einzubringen.“

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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