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Pressemitteilung vom 08.03.2019

Straßen.NRW: Themenwoche zum Radverkehr

Gelsenkirchen (straßen.nrw). 77 Millionen Fahrräder (davon vier Millionen Pedelecs) gibt es in Deutschland, so die Statistik. Und auch wenn diese Zahl, die die Studie Mobilität in Deutschland des Bundesverkehrsministers für das Jahr 2017 feststellt, nicht gleichbedeutend ist mit Radfahrern auf Straßen und Wegen – das Bedürfnis nach Mobilitätsalternativen zum Auto steigt. Straßen.NRW schafft die Grundlagen dafür: Mit Radschnellwegen, Bürgerradwegen oder auch mit neuen Ideen für das schnelle Vorankommen mit dem Rad in Kommunen.

Planerwerkstatt in Witten

Das Thema Radverkehr steht ab Montag (11.3.) für eine Woche beim Landesbetrieb im besonderen Fokus. Gleich zwei Ereignisse in dieser Woche machen dabei deutlich, dass sich Straßen.NRW aufmacht, dem Fahrrad mehr Bedeutung im Straßenverkehr zuzumessen. Am Dienstag und Mittwoch (12./13.3.) treffen sich in Witten Planer aus Kommunen und von Straßen.NRW, um für konkrete Fälle aus acht Städten Lösungen zu finden. Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS) hat gemeinsam mit Straßen.NRW zu dieser Planerwerkstatt eingeladen. „Hier können die Planer einmal quer denken und auch ganz kreative Lösungen suchen“, sieht Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin von Straßen.NRW, ein großes Potential in dieser intensiven Zusammenarbeit von Landesbetrieb und Kommunen. Ziel der Planerwerkstatt ist nicht nur, Lösungen für die konkreten Fälle zu finden, sondern auch, Leitideen zu entwickeln, wie Radverkehr in Ortsdurchfahrten künftig gestaltet werden kann.

Spatenstich in Gelsenkirchen

Was in Witten noch Gedankenspiele für die Zukunft sind, wird in Gelsenkirchen am Freitag, 15. März, konkreter. An der Stadtgrenze zu Bochum verläuft ein Teilstück des auf 101 Kilometer Länge geplanten RS1. Für diesen Radschnellweg hatte der Regionalverband Ruhr (RVR) 2014 eine Machbarkeitsstudie erstellt. 2016 ging die Planungshoheit dann auf Straßen.NRW über und die Radschnellwege wurden gleichzeitig in den Rang von Landesstraßen erhoben. Seitdem arbeiten die Planer des Landesbetriebes daran, das Machbare auch möglich zu machen. Und wenn die Idee auf die Realität trifft, bedeutet das in der Regel auch, Hindernisse zu überwinden. „Straßenbau ist kein Geschäft, das sich im Handumdrehen erledigen lässt“, sieht sich die Straßen.NRW-Direktorin immer wieder mit dem Anspruch konfrontiert, einen Radweg wie den RS1 sehr schnell realisieren zu können. Doch „auch ein solches Projekt muss gut geplant und sorgfältig gebaut werden. Wir wollen nicht irgendeinen Radweg bauen, sondern eine Verkehrsachse schaffen, die ähnlich leistungsfähig ist wie eine Autobahn für den motorisierten Verkehr“, so Sauerwein-Braksiek. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach attraktiven Verkehrswegen für Radfahrer werde Straßen.NRW aber auch in diesem Bereich des Infrastrukturausbaus alle Möglichkeiten der Baubeschleunigung einsetzen.

Schneller geht es in den Regionen schon seit ein paar Jahren, wenn auch Bürger mit anpacken. Das Landesverkehrsministerium hat 2005 dafür das Modellprojekt „Bürgerradwege“ ins Leben gerufen. Kommunen, lokale Sponsoren, Vereine und jede Menge engagierter Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich seitdem an den zahlreichen Projekte in NRW. Straßen.NRW unterstützt nicht nur finanziell, sondern koordiniert und berät in den einzelnen Niederlassungen die Bürgerradweg-Initiatoren. Über 300 Kilometer dieser Bürgerradwege sind in den vergangenen Jahren bereits entstanden, vor allem in ländlichen Regionen.

Beispiele Bürgerradwege:

Zwischen Horn (Kreis Lippe) und Steinheim (Kreis Höxter) gibt es eine sichere und lückenlose Verbindung für Radfahrer. Hier wurden vier Bürgerradwege realisiert mit einer Gesamtlänge von über sieben Kilometer. Die Bürgerinitiative „Ländlicher Raum aktiv e.V. hat im Bereich der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe insgesamt bereits 10 Kilometer Radweg initiiert und realisiert.

Im Bereich der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Münsterland wurden bis Ende 2018 bereits 230 Kilometer Bürgerradewege geplant und gebaut. Die Streckenlängen reichen dabei von gerade einmal 50 Metern bis zu fast fünf Kilometer langen Teilstücken wie zwischen Altenberge und Havixbeck.

Beispiele Bahntrassenradwege:

So wie für den RS1 eine ehemalige Bahntrasse genutzt wird, werden auch in anderen Regionen ungenutzte Schienenwege in Radwege umgebaut. Das ermöglicht den Radfahrern ein komfortables, weil steigungsarmes Vorankommen. Beispiele sind im Bereich der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen der Radweg von Ruhr zu Ruhr zwischen den Städten Hattingen, Sprockhövel, Gevelsberg, Wetter und Witten. Oder auch der Bahntrassenradweg zwischen Hemer und Menden, der Radfahren abseits von Straßenverkehr zwischen den Städte ermöglicht.

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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