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Pressemitteilung vom 27.02.2018

Frost bremst Straßenbau aus

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Zweistellige Minustemperaturen in der Nacht lassen nicht nur die Menschen bibbern, sie bremsen auch den Straßen- und Brückenbau aus. Denn um Asphalt und Beton zu verarbeiten, darf es nicht zu kalt sein. Und wenn die Temperaturen langsam wieder steigen, kann es zu gefährlichem Blitzeis kommen, warnt Straßen.NRW.

Asphalt kühlt schnell aus

Beispiel Straßenbau: Asphalt besteht aus einem Gemisch aus Bitumen und Splitt. Für eine gute Tragfähigkeit und Langlebigkeit, muss das Gemisch bei der Verarbeitung verdichtet werden. Um dabei das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, darf der Asphalt nicht zu schnell abkühlen.

Je kälter die Außentemperatur, desto schneller kühlen die Asphaltschichten aus. Dementsprechend verkürzt sich die zur Verfügung stehende Zeit für das Verdichten des Materials. Je dicker eine Asphaltschicht, desto höher die Wärmekapazität (Speichervermögen). Deshalb können dicke Schichten zum Beispiel für den Straßenunterbau bei niedrigeren Temperaturen – bis zu -3 Grad - noch eingebaut und verdichtet werden.

Für dünne Schichten und Offenporigen Asphalt sind die Anforderungen dagegen besonders hoch, weil diese Schichten sehr schnell auskühlen können. Es muss also nicht nur die Lufttemperatur über 0 Grad liegen, auch der Boden muss entsprechende Temperaturen vorweisen. Hier sind mindestens 5 Grad nötig. Das heißt: Selbst wenn es wieder milder wird, kann nicht sofort asphaltiert werden, weil sich der Frost im Boden länger hält.

Straßen.NRW schreibt für die ausführenden Firmen die Bedingungen zum Einbau von Asphalt genau vor, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.

Beton braucht Wärme

Beispiel Brückenbau: Beim Brückenbau kommt häufig Beton zum Einsatz. Auch hier bremst Frost die Arbeiten aus. Beton ist ein Gemisch aus Zement, Wasser und so genanntem Zuschlag, das heißt Sand und Kies. Beton trocknet nicht nur, sondern es findet auch ein chemischer Prozess statt, bei dem das Gemisch aushärtet. Zwar wird der Beton vom Werk mit einer bestimmten Temperatur angeliefert und entwickelt beim Aushärten eine eigene Wärme, Frost stört diesen Prozess aber. Beim Betonieren unter +5° Celsius sind daher besondere Maßnahmen zu treffen, damit der (Frisch-) Beton nicht zu stark auskühlt.

Warme Kleidung für Mitarbeiter

Und die Mitarbeiter von Straßen.NRW? Die müssen auch bei Minus-Temperaturen raus, können sich aber durch entsprechende Kleidung schützen. Straßen.NRW hat die relativ dünne Warnbekleidung aufgerüstet, in dem es warme Unterbekleidung gibt. „Wir stellen zum Beispiel Stepphosen und Fleecejacken", sagt Michael Höhne, Leitender Sicherheitsingenieur bei Straßen.NRW. "Für lange Standzeiten, zum Beispiel in den Fahrzeugen zur Baustellenabsicherung, gibt es zudem Standheizungen."

Steigende Temperaturen können zu Blitzeis führen

Ab Donnerstag sind wieder steigende Temperaturen und in den folgenden Tagen auch Niederschläge angekündigt. Damit kann es auf den Straßen gefährlich glatt werden. Wenn Niederschläge auf den gefrorenen Boden treffen, kann sich Blitzeis bilden. Hierdurch entsteht eine sehr homogene und glatte Eisschicht. Der Straßen.NRW-Winterdienst ist in dieser Situation besonders gefordert. Die Mitarbeiter der Winterdienstzentrale stehen bei ihrer Arbeit im engen Kontakt mit der Autobahnpolizei und dem Deutschen Wetterdienst. Ständig werden Informationen ausgetauscht. Zusätzlich gibt es rund 220 Straßenwetterstationen im Autobahnnetz und rund 60 im Zuge von Bundes- und Landesstraßen. Hiermit wird der Straßenzustand überwacht. Die Straßenwetterstationen erfassen punktuell auf Brücken und in kritischen Streckenabschnitten meteorologische Daten (Lufttemperatur, relative Luftfeuchte und Niederschlag) und Straßenzustands-Daten (Oberflächentemperatur, Fahrbahn trocken oder feucht und Eisbildung).

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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