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Pressemitteilung vom 19.12.2018

L70: Erster Spatenstich für Ortsumgehung Niedersprockhövel

Sprockhövel/Hagen (straßen.nrw). Die Hauptstraße in Niedersprockhövel soll nicht länger Hauptverkehrsstraße sein: Mit dem Bau der L70n wird künftig der Ortskern vom Verkehr entlastet und dem Sprockhöveler Stadtteil bieten sich neue Entwicklungsmöglichkeiten. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek haben am Mittwoch, 19. Dezember, den ersten Spatenstich für das Projekt vorgenommen.

Anfang der 1990er Jahre ist die Hauptstraße in Niedersprockhövel, an der sich die meisten Geschäfte befinden, mit Mitteln des Landes umgebaut worden, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Doch der zunehmende Verkehr belastet Anwohner, Kunden wie Gewerbetreibende. In der Ortsmitte werden über 11.000 Fahrzeugen am Tag gezählt, bis 2025 könnten es – ohne Umgehungsstraße – noch einmal 3000 mehr werden. Auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit ist die Situation problematisch. Wer einen Parkplatz sucht, bremst den Verkehr aus. Der entstehende Rückstau ist wiederum für kreuzende Fußgänger eine Gefahr. Zudem verlieren auch Busse im Stau Zeit, was die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs unattraktiv macht. „Der Bau der Ortsumgehung ist eine gute Nachricht für viele. Sie entlastet Anwohner, macht die Hauptstraße als Einkaufsstraße attraktiver und verbessert die Aufenthaltsqualität“, sagte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst beim Spatenstich. Immerhin knapp 70 Prozent weniger Schwerlastverkehr wird – so die Prognose – nach dem Bau der Umgehungsstraße durch den Ortskern fließen.

Schulzentrum und Glückauf-Halle besser anbinden

Knapp 4,3 Millionen Euro nimmt das Land in die Hand, um die 1,1 Kilometer lange Umgehungsstraße zu bauen. 78.000 Euro investiert die Stadt Sprockhövel zusätzlich im Zuge des Neubaus in Gehwege. Neben der Entlastungswirkung für den Ortskern, sollen auch die Wohngebiete Börgersbruch und Hombergstraße/Am Westen von der neuen Straße profitieren. Zum einen plant die Stadt am Schulzentrum einen Parkplatz, der direkt an die L70n angebunden wird, so dass der Verkehr nicht mehr durch die Wohngebiete fließen muss. Zum anderen ist die direkte Anbindung des Gewerbegebietes an der Hombergstraße geplant. Auch die Glückauf-Halle soll künftig besser zu erreichen sein.

Die Entlastung der Wohn- und Geschäftsquartiere ist ein Ziel, das die Umgehungsstraße erfüllen soll. Die Stadt Sprockhövel setzt aber auch auf ihre Zukunft als Gewerbestandort. An der Wuppertaler Straße soll eine neue Fläche entwickelt werden. „Der Bau der Umgehungsstraße ist dafür eine wichtige Voraussetzung, um die Hauptstraße nicht mit zusätzlichem Schwerverkehr zu belasten“, betonte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek auch die wirtschaftliche Bedeutung der Umgehungsstraße.

Neue Lebensräume für Ringelnatter und Eisvogel

Mit dem Bau einer neuen Straße gehen immer Eingriffe in die Natur einher. Straßen.NRW gleicht diese Eingriffe aus, indem an anderer Stelle Ersatz geschaffen wird. Dabei rücken bei dieser Baumaßnahme zwei Tierarten besonders in den Blickpunkt: die Ringelnatter und der Eisvogel. Für die Nattern werden Sonnenplätze und Bereiche für die Eiablage ebenso gestaltet wie drei Kleingewässer im Sprockhöveler Bachtal und einem nahegelegen Waldgebiet. Von letzteren Maßnahmen profitiert auch der Eisvogel. Darüber hinaus wird ein Gehölzstreifen, der derzeit mit nicht für diesen Lebensraum typischen Baumarten bepflanzt ist, in extensiv genutztes Feuchtgrünland umgewandelt.

Pressekontakt: Andreas Berg, Telefon 02331-8002-220; Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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