Pressemeldungen: 2019 | 2018 | 2017

Pressemitteilung vom 08.07.2019

B58: Südumgehung Wesel schließt wichtige Lücke

Wesel (straßen.nrw). Mehr Lebensqualität und eine höhere Verkehrssicherheit vor allem für Fußgänger und Radfahrer im Ortskern von Wesel aber auch eine verbesserte Verbindung zwischen Niederrhein und Münsterland - mit dem Lückenschluss der Ortsumgehung Wesel soll das realisiert werden. Für den dritten und letzten Bauabschnitt der B58 haben NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek am Montag, 8. Juli, den feierlichen ersten Spatenstich vorgenommen.

Entlastung für Ortskern

"Mit dem vierspurigen Neubau stärken wir die B 58. Das ist umso wichtiger, da sie eine überregionale Bedeutung hat. Die Bundesstraße ist eine wichtige Ost-West-Verbindung zwischen der linksrheinischen Region und dem Münsterland. Außerdem verbindet sie die Autobahn A3 mit der A57. Durch den Lückenschluss der Ortsumgehung Wesel werden diese Funktionen gestützt", sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Die 3,8 Kilometer lange Neubaustrecke wird sich auch auf den Fernverkehr in Richtung Norden auswirken, da die B58 ebenfalls Zubringer zur in Nordrichtung verlaufenden A31 ist.

Verkehrsminister Hendrik Wüst betonte ebenfalls die Bedeutung des Projekts: "Mit dem Lückenschluss der B58 kommen wir beim Ausbau der Infrastruktur voran und verbessern das Mobilitätsangebot in der Region. In Wesel entlasten wir den Ortskern vom Durchgangsverkehr. Das verbessert die Lebensqualität der Menschen. Weniger Verkehr bedeutet auch bessere Luft in der Stadt", sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

2025 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann kann der Pendler- und Schwerlastverkehr über die B58 um Wesel herum fließen. Bislang fahren mehr als 17.000 Fahrzeuge täglich durch den Weseler Ortskern. Zahlreiche Kreuzungen auf der innerstädtischen Durchgangsstrecke bremsen den überregionalen Verkehr aus und stellen eine Gefahren-Quelle, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, dar.

Eingriff in den Hochwasserschutz

2009 ist der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung Wesel – die Brücke über den Rhein – für den Verkehr freigegeben worden. Vier Jahre später war die Umfahrung des Ortsteils Büderich fertig. Mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens Ende 2018 kann der dritte Bauabschnitt, die Südumgehung Wesel nun gebaut werden. Zur Realisierung dieses Teilstücks gehört nicht nur die Straßenplanung. Auch dem Hochwasserschutz kommt beim Bau der neuen Umgehungsstraße eine besondere Bedeutung zu. Künftig dient darum der Straßendamm von der Lippebrücke bis zum Tunnel Fusternberg als Deich. Der westliche Bereich der Straße vor dem Tunnel hat ebenfalls eine Schutzfunktion bei Hochwasser. Bei der Lippequerung wurde das Bauwerk so dimensioniert, dass der Fluss ausreichend Platz hat, ungehindert zu fließen und sich in die Auen auszudehnen.

Neuer Lebensraum für die Zauneidechse

Die Südumgehung verläuft teilweise in so genannter Troglage in einem Geländeeinschnitt und wird so harmonisch in das Stadt- und Landschaftsbild eingefügt. Eine besondere Herausforderung für die Planer war beim dritten Bauabschnitt der Artenschutz, insbesondere der Erhalt des Lebensraums für die Zauneidechse. "Zum Straßenbau gehört immer auch das Thema Naturschutz dazu", betonte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. In einem Gutachten seien 35 Exemplare der streng geschützten Eidechsenart nachgewiesen worden. "Wir mussten davon ausgehen, dass die Population insgesamt größer ist", so die Direktorin. Für die Tiere wurde ein 10.000 Quadratmeter großes Ersatzhabitat geschaffen und nach einer aufwändigen Umsiedlungsaktion haben die Eidechsen dort nun einen neuen Lebensraum. Elfriede Sauerwein-Braksiek: "Nach Abschluss der Bauarbeiten wird dieses Areal geöffnet, damit sich die Tiere weiter ausbreiten können." Zusätzlich zu den Maßnahmen zum Schutz der Eidechsen wurden Kopfbäume mit Niströhren für den Steinkauz versehen.

Hintergrund

  • Für die 3,8 Kilometer lange Strecke der Südumgehung investiert der Bund ca. 220 Millionen Euro.
  • Neben der Lippebrücke wird eine Überführung über die Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen gebaut. Das Bauwerk wird zunächst neben der Strecke errichtet und anschließend in einer vierwöchigen Sperrpause der Bahn über die Gleise geschoben.
  • Im Rahmen der Kampfmittelräumung wurden im Baufeld drei Fliegerbomben geborgen und entschärft.
Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333; Gregor Hürter, Telefon 02161-409-334

Zurück