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Pressemitteilung vom 01.10.2018

Stufenschnitt am Straßenrand: Straßen.NRW startet in die Gehölzpflegesaison 2018/19

Gelsenkirchen (straßen.nrw). 35.000 Hektar Grünflächen rechts und links von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen müssen von Straßen.NRW regelmäßig gepflegt werden. Geht es dabei im Sommer mehr um das Mähen der Graszonen – immerhin fast 13.000 Hektar, beginnt im Oktober die Gehölzpflegesaison. Bis Ende Februar dürfen Bäume und Sträucher beschnitten oder auch gefällt werden.

Stürmen weniger Angriffsfläche bieten

Straßen.NRW setzt dabei seit einigen Jahren auf eine "selektive Bestandspflege". Dabei werden Sträucher im direkten Randbereich zur Straße alle drei bis fünf Jahre zurückgeschnitten und im hinteren Bereich der Böschungen einzelne, nicht mehr standsichere Bäume entfernt. Dieser stufige Aufbau des Grünstreifens - erst Sträucher, dann Bäume - führt dazu, dass die Gehölze entlang der Straßen Stürmen weniger Angriffsfläche bieten. Umstürzende Bäume können so nicht mehr zur Gefahr für den Straßenverkehr werden. Etwa die Hälfte des Bestandes entspricht bereits diesen Vorgaben, andere Flächen müssen noch angepasst werden. Vor allem, wenn die Bäume überaltert sind und zu nah am Fahrbahnrand stehen, muss ein Bestand intensiver bearbeitet werden. Der Fachmann nennt das "auf den Stock setzen".

Kahlschlag? Oder Pflege?

Für den Verkehrsteilnehmer sieht es beim kurzen Blick auf eine solche, frisch bearbeitete Fläche, schnell nach Kahlschlag aus. Doch schon im nächsten Frühjahr bietet eine auf den Stock gesetzte Böschung wieder Lebensraum für zahlreiche Arten. "Dort, wo vorher ein enger Baumbestand mit kaum Unterholz war, folgen für ein paar Jahren Pflanzen, die zum Beispiel Insekten Nahrung bieten", erklärt Dr. Frank Eilermann, Forstexperte bei Straßen.NRW. Schaut man dann nach zwei oder drei Jahren auf die Fläche, ist das Grün schon wieder dicht.

Digitales Baumkataster

Rechts und links von Autobahnen und Bundesstraßen stehen geschätzt 600.000 Bäume. Gut 250.000 Bäume kennt der Landesbetrieb Straßen.NRW quasi persönlich, sie sind bereits im digitalen Baumkataster der Behörde erfasst. Sie alle erhalten regelmäßig Besuch der Straßen.NRW-Baumkontrolleure und Meistereimitarbeiter. Dabei achten die Experten zum Beispiel darauf, ob Bäume von Pilzen befallen sind, Rindenschäden aufweisen oder einen so genannten Zwiesel – einen doppelten Stamm – ausgebildet haben. Dort, wo die Stämme zusammenkommen, sammelt sich Wasser und der Baum kann faulen. Die Folge: der Baum kann auseinanderbrechen. "In erster Linie geht es bei der Gehölzpflege darum, die Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten", sagt Dr. Frank Eilermann mit Blick auf die nun beginnende Pflegesaison. "Doch auch die Natur profitiert, wenn wir unsere Bestände regelmäßig bearbeiten."

Hintergrund

  • Gezielt gepflanzt werden Bäume heute nur noch wenig. Gerade einmal fünf bis zehn Prozent machen Bäume bei Neuanpflanzungen aus. Straßen.NRW setzt vermehrt auf strauch- und buschartige Pflanzen. Ein Vorteil: Beerentragende Büsche bieten nicht nur Nahrung und Lebensraum für Vögel und Kleinsäuger, die Tiere sorgen gleichzeitig für eine stetige Verjüngung des Bestandes, in dem sie die Samen verbreiten.
  • Von den über 35.000 Hektar Grünflächen, die Straßen.NRW entlang der 20.000 Kilometer Autobahnen, Bundes und Landesstraßen pflegt, sind etwa 12.900 Hektar Graszone, 8.100 Hektar mit Sträuchern bewachsen und gut 11.300 Hektar gehören zur Baumzone.
  • Pro Jahr werden gut 23 Millionen Euro in die Gehölzpflege investiert. Dabei gibt Straßen.NRW etwa acht Millionen für die Arbeiten an den Autobahnen aus, knapp sechs Millionen sind es an den Bundesstraße und gut zehn Millionen Euro an den Landesstraßen.

Eine Liste der geplanten Maßnahmen sowie weitere Informationen finden Sie unter www.strassen.nrw.de/gehoelzpflege

Terminhinweis:

Am Freitag, 5. Oktober, beantwortet Straßen.NRW Fragen zum Thema Gehölzpflege. Experten des Landesbetriebes geben im Rahmen einer Telefonaktion Antworten zu den Grundsätzen der Pflegearbeiten. Unter der Telefonnummer (0209) 3808-665 sind die Straßen.NRW-Experten von 10 bis 12 Uhr zu erreichen.

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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