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Pressemitteilung vom 09.08.2018

Alles sauber! Straßen.NRW sorgt sich auch um dringende Bedürfnisse

Gelsenkirchen (straßen.nrw). „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“, wusste schon der Dichter Matthias Claudius zu Zeiten, als das Reisen noch weitaus beschwerlicher war als heute. Wer mit der Kutsche entsprechend langsam unterwegs war, musste sich in die Büsche schlagen, wenn es sein musste. Heute geht es auf der Autobahn mehrspurig nach Norden oder Süden. Und nicht nur für das schnelle Fortkommen ist gesorgt, Straßen.NRW kümmert sich auch um die dringenden Bedürfnisse der Reisenden.

Gut 130 Rastplätze mit einer Toilettenanlage – so genannte PWC-Anlagen – gibt es an den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen die bewirtschafteten Rastanlagen sowie Parkplätze ohne Toiletten. Je nach Standort machen 500 bis 700 Besucher täglich an einer PWC-Anlage Halt, zum Ferienstart oder an Brückentagen können es mehr als 1.000 sein. Claus Zuschlag kann genau ablesen, wie viele Menschen zum Beispiel die Toiletten am gerade neu eröffneten Rastplatz Baberg an der A45 aufgesucht haben. Ein automatisches Zählwerk registriert jeden Besucher. Der gelernte Dachdecker gehört seit zwei Jahren zur PWC-Truppe der Autobahnmeisterei Lüdenscheid und sorgt vor allem in den Anlagen entlang der Sauerlandlinie für Sauberkeit. Seine Erfahrung dabei: „Ist eine Anlage in gutem Zustand und sauber, hinterlässt auch der Kunde sie sauberer.“

Poliertuch ist unverzichtbar

Claus Zuschlag nimmt darum nicht nur den Hochdruckreiniger zur Hand, um die Toiletten, Fliesen und Waschbecken zu reinigen. Mit Hilfe einer modernen Dosieranlage kann er den Einsatz von Reingungs- und Desinfektionsmitteln exakt steuern. Ein Reinigungsplan gibt dabei vor, wann welche Mittel eingesetzt werden. Trotz aller Technik, die die Straßen.NRW-Mitarbeiter nutzen können, für Claus Zuschlag ist auch das Poliertuch ein unverzichtbares Handwerkszeug. „Wenn man die Armaturen und Waschbecken trocknet, gibt es weniger Kalkflecken“, weiß der Experte für Sauberkeit, dass es nicht nur auf den ersten Eindruck ankommt, sondern dass sein Einsatz auch nachhaltig für einen guten Zustand der Toiletten-Anlagen sorgt.

Dabei kämpfen die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien nicht nur mit Zeitgenossen, die sich wenig Mühe machen, die PWC-Anlagen sauber wieder zu verlassen. Die Sanitärräume sind auch immer wieder Ziel von Dieben, die alles mitnehmen, was irgendwie zu gebrauchen ist. Auf Toilettenbrillen verzichtet der Landesbetrieb Straßenbau darum schon an den meisten Anlagen. „Die werden so schnell gestohlen, dass man mit dem Nachrüsten nicht nachkommt“, weiß Thorsten Nahrup, der in der Straßen.NRW-Bauabteilung auch für die Gebäude auf den Parkplätzen zuständig ist. Der Architekt sucht darum immer nach Lösungen, Vandalismus und Diebstahl zu verhindern, einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten und gleichzeitig eine für die Nutzer einladende Atmosphäre zu schaffen. Dabei hat Straßen.NRW den vermeintlich „unkaputtbaren“ Edelstahl-Anlagen den Rücken gekehrt und setzt auf Materialien, die die Nutzer ans eigene Heim erinnern sollen. Hochwertige Keramik, ansprechende Fliesen, helle und freundliche Gestaltung – und es funktioniert. „Die neuen Anlagen werden pfleglicher behandelt“, sagt Thorsten Nahrup.

Große Fliesen liegen dabei nicht nur im Designtrend, sie haben auch weniger Fugen, die besonders schwierig zu reinigen sind. Zudem lassen sich Graffitis auf den glatten Oberflächen leichter entfernen. Auch die Außenfassaden sind aus diesen Grund umgestaltet worden. Statt Backstein kommt hier eine Verschalung zum Einsatz, die ohne Fugen angebracht wird. Leicht zu reinigen und dennoch optisch attraktiv. Und wenn einmal eine Fassadenplatte zu Bruch geht, liegt Ersatz parat. Dass die Anlagen standardisiert sind, hilft den Meistereien, bei einer Beschädigung schnell reagieren zu können.

In der Zukunft gibt es Unisex-Anlagen

Wer entlang der Autobahn häufiger einmal „raus muss“, muss sich in Zukunft allerdings vom bisherigen Standard-Bau mit getrennten Toilettenzugängen für Männer und Frauen verabschieden. Straßen.NRW setzt auf so genannten Unisex-Anlagen, die einen direkten Zugang von außen zur Toilettenkabine bieten. Nach Geschlechtern wird dabei nicht mehr getrennt. „So sollen Angsträume vermieden werden“, sagt der Straßen.NRW-Architekt und verweist auf die bisher üblichen Zugänge, mit denen sich manche Menschen unwohl fühlen. Und noch wichtiger: Für die Reinigung muss nicht mehr die gesamte Anlage gesperrt werden, was bei Reisenden mit einem dringenden Bedürfnis oft für Unmut gesorgt hat. „Bei den neuen Anlagen werden die Kabinen nach und nach gesäubert, es steht also immer eine Toilette zur Verfügung.“ Eine Fußbodenheizung sorgt im Winter nicht nur dafür, dass sich die Nutzer wohler fühlen, sondern sichert auch die Funktionsfähigkeit der Anlagen ab. Und auch WC-Brillen will Architekt Nahrup bei den neuen Anlagen wieder einbauen, um den Kunden den Aufenthalt auf dem stillen Örtchen angenehmer zu gestalten. Und damit sich das angesichts der hohen Diebstahlrate nicht als Fehlinvestition erweist, werden die neuen Kunststoffsitze künftig festgeklebt.

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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