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Pressemitteilung vom 04.04.2016

Motorradsicherheit: Flexible Kunststoffpoller schützen bei Unfällen

Foto: Kunststoffpoller werden installiert

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Mit dem April sind die frühlingshaften Temperaturen gekommen und viele Menschen zieht es ins Freie - auch die Biker. Pünktlich zum Start der Motorradsaison ist auch das jüngste Projekt von Straßen.NRW in Sachen Motorradsicherheit nahezu abgeschlossen: 500 flexible Poller aus Kunststoff ersetzen auf beliebten Motorradstrecken im Land unter anderem starre Verkehrszeichen aus Metall.

Zum Einsatz kommen die neuen Poller in anspruchsvollen Kurven auf Landesstraßen, die Motorradfahrer gerne für eine Spritztour nutzen. Also vor allem im topografisch reizvollen Gegenden wie Sauer- und Siegerland, aber auch in flacheren Bereichen des Landes. Die flexiblen Poller können in Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei die roten Pfeile auf weißem Grund, die so genannten Richtungstafeln, ersetzen. Trägt es den Motorradfahrer, etwa aufgrund zu hoher Geschwindigkeit, aus der Kurve, stellen die starren, quadratischen Schilder aus Metall mit den Aufstellpfosten eine zusätzliche Verletzungsgefahr dar - für den Biker und für den nachfolgenden Verkehr.

Keine scharfen Kanten

Die neuen, runden Kunststoff-Poller (Höhe: 105 Zentimeter, Durchmesser: zwölf Zentimeter) sollen diese Verletzungsgefahr verringern. Die Farben Rot und Weiß bleiben erhalten. Scharfe Kanten sind aber nicht mehr vorhanden. Wenn nun ein Motorrad gegen die Poller fährt, geben diese nach, knicken um und richten sich anschließend wieder auf. Die neuen Poller sind so aufgestellt, dass sie dem Verkehrsteilnehmer den Kurvenverlauf anzeigen.

Seine Premiere feierte er im September des vergangenen Jahres auf der L427 bei Leichlingen. Mittlerweile hat Straßen.NRW weitere Straßenzüge mit den flexiblen Pollern ausgerüstet, zum Beispiel folgende Strecken: L107, L427, L438, L433 (im Bereich Velbert); L310 (nördlich Odenthal); L249 (Nideggen-Heimbach), L520 (Sendenhorst).

Unterfahrschutz und Rüttelstreifen

Die neuen flexiblen Poller sind der jüngste von zahlreichen Bausteinen, mit denen Straßen.NRW die passive Sicherheit der Motorradfahrer erhöht. Im ersten Ansatz stattete der Landesbetrieb etwa Schutzplanken in unfallträchtigen Kurven mit speziellen Anpralldämpfern für Motorradfahrer aus. Rund 15.000 Stück stehen mittlerweile in NRW. Aktuell werden die Schutzplanken auf beliebten Motorradstrecken mit einem Unterfahrschutz ausgestattet, der die Verletzungsgefahr bei einem Anprall minimiert und ein "Durchrutschen" verhindert. Fast 500 Kurven sind auf diese Weise mittlerweile sicherer geworden.

Hinzu kommen an elf Stellen in NRW so genannte Rüttelstreifen mit Warnhinweisen und einer Geschwindigkeitsbegrenzung, um nicht nur rasende Biker im wahrsten Sinne des Wortes "wachzurütteln" und zu einer gemäßigten Fahrweise zu bewegen.

Um potenzielle Gefahren noch besser identifizieren zu können, hat Straßen.NRW zusätzlich eine Mail-Hotline eingerichtet. Aufmerksame Biker können unter heinrich.bergerbusch@strassen.nrw.de Stellen melden, die ihnen kritisch erscheinen.

Pressekontakt: Bernd Löchter, Telefon 0209-3808-333

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