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Pressemitteilung vom 29.02.2016

Milder Winter: Straßen.NRW hat bislang rund 50.000 Tonnen Streusalz verbraucht

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Es ist noch Winter - zumindest kalendarisch und meteorologisch gesehen. "Straßentechnisch" gesehen war der Winter 2015/2016 bislang in Nordrhein-Westfalen jedoch ein eher selten gesehener Gast. Auch bei Straßen.NRW ist zwar weiterhin Wintersaison, allerdings: Zwischen November und Februar hat der Landesbetrieb auf den Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen nur rund 50.000 Tonnen Streusalz verbraucht. Ein klar unterdurchschnittlicher Wert, denn der liegt, gemessen an den letzten 22 Jahren, bei rund 135.000 Tonnen. Das gleiche Bild zeigt sich in finanzieller Hinsicht: Rund 12,5 Millionen Euro hat die Winterdienstsaison bislang gekostet. Die durchschnittlichen langjährigen Kosten (bezogen auf aktuelle Preise) liegen bei rund 35 Millionen Euro.

"Durchschnittlich wird diese Saison nicht mehr, zumal die Hauptwintermonate Januar und Februar nun hinter uns liegen. Der diesjährige Winter setzt damit die Reihe der eher schwachen Winter fort, die mit der Saison 2012/13 begonnen hat", bilanziert Ludwig Niebrügge, Winterdienstexperte bei Straßen.NRW.

Vorbeugen durch Flüssigstreuen

Und so war es außer im Hochsauerland und Südwestfalen keine weiße Pracht, sondern eher das wechselhafte Wetter, das den Verkehrsteilnehmern vor allem in Ostwestfalen, dem Münsterland und in der Region Ville-Eifel in der vierten Jahreszeit mitunter das Leben schwer machte. Mal Reif- oder Eisglätte bei Minusgraden am Boden, dann wieder kurzfristige Wetterfronten mit Schneefällen oder Regen bei Temperaturen um null Grad. "Wenn Regen auf den noch gefrorenen Boden fällt, droht gefährliches und winterdienstlich kaum zu beherrschendes Glatteis auf den Straßen", erklärt Ludwig Niebrügge. Seit einigen Jahren setzt Straßen.NRW auf den Autobahnen verstärkt auf Flüssigstreuen mit Salzsole. Diese Technik, die Straßen.NRW aus den skandinavischen Ländern übernommen hat, kommt vor allem vorbeugend zum Einsatz. Reifglätte und überfrierende Feuchte sollen nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen können. Die bundesweit ersten Pilotversuche mit Salzsole fanden im Winter 2008/2009 in der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Herford auf der A2 statt. Mittlerweile hat Straßen.NRW insgesamt 28 Flüssigstreuer auf den Autobahnen im Einsatz. Sie ergänzen das bei nassen und schneebedeckten Straßen bewährte Streuen mit Feuchtsalz.

Noch Minustemperaturen möglich

Eine endgültige Bilanz wäre allerdings verfrüht, denn noch zeigt sich der Winter mit Minustemperaturen in den Nachtstunden. Reif und Eisglätte sind die Folge. Auch kurzzeitige Wintereinbrüche mit Schneefällen - insbesondere im Bergland - sind nicht ausgeschlossen. Die Straßen.NRW-Winterdienstzentralen in Hamm und Krefeld bleiben deshalb bis Ende April rund um die Uhr besetzt. Hier laufen alle wichtigen Informationen zusammen, etwa die Erkenntnisse des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der seit 1987 eng mit Straßen.NRW für die ständige Weiterentwicklung des Straßenzustands- und Wetterinformationssystem - SWIS - zusammenarbeitet. Der DWD wiederum nutzt für seine SWIS-Prognosen die Messwerte der 220 Straßenwetterstationen im Autobahnnetz von Nordrhein-Westfalen. Rund 60 weitere Stationen stehen an Bundes- und Landesstraßen. Im engen Kontakt stehen die Mitarbeiter der Winterdienstzentralen zudem mit der Autobahnpolizei. Deutet sich eine Lage an, die einen Winterdiensteinsatz erfordern könnte, informiert die Winterdienstzentrale den Bereitschaftsdienst der jeweiligen Autobahnmeisterei. Während der normalen Arbeitszeiten behalten die Meistereien die Wetterlage natürlich auch selbst kontinuierlich im Auge und planen daraufhin ihre Einsätze.

"Wir müssen auf alles vorbereitet sein, denn in die Glaskugel kann niemand schauen. Der Winter ist und bleibt vor allem eines: unberechenbar", lautet die Erkenntnis von Ludwig Niebrügge aus 38 Jahren, in denen er sich vornehmlich mit dem Winterdienst bei Straßen.NRW befasst hat. Das gilt für ihn mit Blick auf die noch laufende Saison - aber ebenso für die Zukunft. Drei milde Winter in Folge sind, da ist sich der Fachmann sicher, kein Anlass, Schnee und Eis in NRW für passé zu erklären: "Ich habe allein in den letzten zehn Jahren alles erlebt. Wir müssen eher davon ausgehen, dass die extremen Wetterlagen zunehmen. Mal sehr milde, dann aber auch wieder sehr schneereiche Winter. Man erinnere sich nur an dem regionalen Wintereinbruch Ende November 2005 im westlichen Münsterland, bei dem dort die Stromversorgung tagelang zusammenbrach oder an den Winter 2009/2010 und den Dezember 2010 - gerade mal sechs Jahre her. Da wurde das Salz knapp, beziehungsweise die Versorgung brach sogar in weiten Teilen von Deutschland zusammen. Wir hatten alleine in der Saison 2009/2010 einen Verbrauch von 283.000 Tonnen."

So wird auch das Motto für die Saison 2016/2017 lauten: Auf alle Winter-Eventualitäten vorbereitet sein. Das nicht verbrauchte Salz wird übrigens nicht schlecht: Das Salz kann bei trockener Lagerung rund drei Jahre im Lager verbleiben. Damit es über diesem Zeitraum rieselfähig bleibt, wird dem Streusalz ein so genanntes "Antibackmittel" zugegeben. Das Antibackmittel vermeidet ein Zusammenbacken bzw. Verklumpen des Streusalzes.

Pressekontakt: Stephan Lamprecht, Telefon 0209-3808-333

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