Die neue Arbeitshilfe "Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen"

Fachgespräch Straße - Landschaft - Umwelt | 24. April 2013

Foto: Tagung

Für den 24. April 2013 hatte Straßen.NRW zu einer Fachtagung in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen eingeladen. Anlass war die Fertigstellung einerArbeitshilfe "Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen" (PIK), die nicht nur den Straßenbaudienststellen oder anderen Vorhabensträgern beim Umgang mit PIK helfen soll, sondern auch allen mit diesem Thema befassten Vertretern des Naturschutzes und der Landwirtschaft sowie Planungsbüros.

250 Teilnehmer folgten der Einladung, darunter Vertreter von Ministerien, Planungsbüros, Landschaftsbehörden, Biostationen, Stiftungen und der Straßenbauverwaltung. Die große Teilnehmerzahl spricht dafür, dass in NRW aktuell Bedarf an Informationen zu diesem Thema besteht. Im Rahmen des Fachgespräch stellte Straßen.NRW die facettenreiche Arbeitshilfe vor machte sie gleichzeitig einer Fachdiskussion zugänglich. Insgesamt zehn inhaltsreiche Vorträge und die Diskussion machten deutlich, dass die bisherigen Hindernisse bei der Umsetzung von PIK überwunden sind, namentlich die rechtliche Sicherung und die Kontrolle.

Die Vorträge wurden publiziert in "Natur in NRW", Heft 3/2013, herausgegeben vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen.

Was bedeutet "Produktionsintegrierte Kompensation"?

Werden im Zuge eines Eingriffs, zum Beispiel durch eine neue Straße, Natur und Landschaft erheblich beeinträchtigt, sind hierfür vom Verursacher Kompensationsmaßnahmen durchzuführen, die die gestörten Funktionen des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes wiederherstellen. Geht zum Beispiel Wald verloren, so wird an anderer Stelle, meist auf Acker, ein neuer Wald aufgeforstet. In derartigen Fällen ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorrangig zu prüfen, ob die Kompensation durch Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen erbracht werden kann, die der dauerhaften Aufwertung des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes dienen. Hiermit soll vermieden werden, dass Flächen aus der Nutzung genommen werden. Als Ausgleich für die Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Flächen kommen zum Beispiel Extensiv-Acker oder -Grünland in Betracht. Hierfür hat sich die Bezeichnung "Produktionsintegrierte Kompensation" (PIK) eingebürgert.